Ein Jahr in Novi Sad: Eindrücke, Alltag und Reisen

Erste Schritte: Anpassung und Beantragung der Aufenthaltsgenehmigung
Der Beginn des Lebens in Serbien, genauer gesagt in der Stadt Novi Sad, war eine Zeit der Anpassung. Die ersten beiden Monate verbrachte ich damit, das Land und die Stadt kennenzulernen, ohne irgendwelche Dokumente zu beantragen, um herauszufinden, ob es sich lohnt, länger hier zu bleiben.
Während dieser Zeit musste ich für einen legalen Aufenthalt im Land sogenannte „Visaruns“ durchführen – kurze Auslandsreisen, um die visumfreie Aufenthaltsdauer zu erneuern. Es gab zwei solcher Reisen:
- Die erste war eine Exkursion nach Bosnien und Herzegowina in das Ethno-Dorf Stanišići.
- Die zweite war eine kurze Fahrt zur Grenze und zurück.
Nach zwei Monaten wurde die Entscheidung getroffen zu bleiben. Für die Beantragung der Aufenthaltsgenehmigung (ВНЖ) wandten wir uns an Anwälte, die bei der Sammlung der Dokumente, der Begleitung zu den Behörden und der Kommunikation auf Serbisch halfen. Für die Aufenthaltsgenehmigung war auch der Abschluss einer Krankenversicherung erforderlich. Ende des Jahres waren alle Dokumente erhalten, was ein unbeschwertes Leben im Land ohne die Notwendigkeit regelmäßiger Ausreisen ermöglichte.
Das Klima in Serbien: Vom goldenen Herbst bis zum heißen Sommer
Eine der größten Entdeckungen während des Jahres in Serbien war das Wetter. Jede Jahreszeit hinterließ ihre eigenen einzigartigen Eindrücke und schuf angenehme Lebensbedingungen.
Der Herbst, in den der Umzug fiel, erwies sich als märchenhaft, warm und sonnig. Es war ein klassischer goldener Herbst mit angenehmem, heißem Wetter, das mir sehr gefiel.
Der Winter war kühl, aber trocken und nicht schmutzig. Schnee fiel nur zweimal in der Saison, was Matsch und nasse Füße ersparte. Manchmal wehte ein starker Wind, aber insgesamt verlief die Winterzeit angenehm.
Der Frühling erwies sich als regnerischer, was jedoch durch die üppige Blüte der Bäume, insbesondere der Magnolien, ausgeglichen wurde. Bereits im April erlaubte das Wetter, die Picknicksaison in der Natur zu eröffnen. Der Sommer war entgegen den Erwartungen nicht erdrückend. Obwohl die Temperatur auf 36-38 Grad stieg, wurde die starke Hitze periodisch von Gewittern und Regen abgelöst, was sie erträglicher machte. Mitte September ist das Wetter immer noch herrlich und warm, um die 25 Grad.

Freizeit und Reisen: Vom Ballett bis zur Reise nach Montenegro
Der Umzug war der Anlass, ein superaktives Leben zu führen und lang aufgeschobene Pläne zu verwirklichen. Gleich nach der Ankunft gelang es mir, mich für verschiedene Kurse und Aktivitäten anzumelden, die das Jahr mit lebhaften Ereignissen füllten.
- High-Heels-Tanzkurse, die schon seit fast einem Jahr andauern.
- Training im Fitnessstudio. Es gibt viele Fitnessstudios in Novi Sad, und eines davon befand sich direkt gegenüber meinem Haus, was sehr praktisch war.
- Pilates, das mich mit seiner Ästhetik und Atmosphäre anzog.
Neben den aktiven Freizeitbeschäftigungen war das Jahr auch voller Reisen. Im Winter kamen Freunde zu Besuch, und mit ihnen besuchte ich zum ersten Mal das Ballett „Der Nussknacker“. Das Ticket war günstig, etwa 1000 Dinar. Außerdem unternahm ich eine Busreise in die Stadt Subotica. Im Sommer, als wieder Freunde zu Besuch kamen, wurde ein Auto für eine Reise nach Montenegro gemietet. Diese Reise hinterließ besonders warme und lebhafte Erinnerungen dank der unglaublich schönen Natur.

Alltägliche Besonderheiten: Sprache, Fahrräder und Popcorn
Die Anpassung an das Leben in Novi Sad umfasste auch das Erlernen der lokalen Besonderheiten. Ein halbes Jahr lang besuchte ich zweimal pro Woche Serbischkurse. Das Erlernen der Sprache ist ein komplexer und langwieriger Prozess, aber selbst Grundkenntnisse halfen, die Menschen um mich herum besser zu verstehen und einfache Gespräche zu führen. Eine wirkliche Sprachbarriere war jedoch nicht zu spüren, da viele Einheimische, insbesondere junge Leute, gut Englisch sprechen.
Eine der Besonderheiten von Novi Sad ist die Beliebtheit von Fahrrädern. Die Stadt ist größtenteils flach und verfügt über viele Radwege, sodass man leicht jeden Punkt erreichen kann. Das Fahrrad wurde zu einem bequemen und schnellen Fortbewegungsmittel in der Stadt.
Eine amüsante Entdeckung war die lokale Vorliebe für Popcorn. Es wird buchstäblich an jeder Ecke verkauft, und die Einheimischen essen es einfach beim Spazierengehen. Dieser Snack ist so beliebt, dass man ihn sogar in Bars findet, wo die Leute Popcorn zum Bier essen.

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