Unser Weg zum Eigenheim in Serbien: Die sieben Kreise des Immobilienkaufs

Unser Weg zum Eigenheim in Serbien: Die sieben Kreise des Immobilienkaufs

Sieben Versuche, ein Haus in Serbien zu kaufen

Die Geschichte des Hauskaufs in Serbien war lang und voller Überraschungen. Der gesamte Prozess, von der Suche bis zur endgültigen Unterzeichnung der Dokumente, war so ereignisreich, dass man ihn als einen Gang durch die sieben Kreise der Hölle beschreiben kann. Es gab mehrere Versuche, ein Haus zu kaufen, und jeder einzelne stieß auf verschiedene Hindernisse.

Der ursprüngliche Plan war, kein Haus auszuwählen, bis die Wohnung in Russland verkauft war. Es gab die Befürchtung, dass das Traumhaus verkauft werden könnte, während der Verkauf der eigenen Immobilie noch lief, was zu Enttäuschungen geführt hätte. Daher wurde beschlossen, zuerst das Geld zu erhalten und erst dann mit der aktiven Suche zu beginnen.

Verkauf der Wohnung und die Besonderheiten des serbischen Marktes

Die Wohnung wurde erfolgreich verkauft, der Vertrag am 1. Dezember unterzeichnet. Das Geld ging Anfang Dezember auf dem Konto ein, und Mitte des Monats wurde es per SWIFT-Überweisung nach Serbien geschickt. Dies geschah zügig, um die Bankgebühren für die Aufbewahrung von Euro auf dem Konto über einen vollen Kalendermonat zu vermeiden.

Nach der Ankunft in Serbien begann die Suche. Es stellte sich heraus, dass der serbische Immobilienmarkt seine Eigenheiten hat. Nur etwa 10 % der Häuser werden im Internet zum Verkauf angeboten. Meistens verkaufen Serben ihre Immobilien durch Mundpropaganda, indem sie es einfach den Nachbarn erzählen, oder sie hängen ein Pappschild mit der Aufschrift „Продаје се“ (Zu verkaufen) ans Fenster. Um solche Angebote zu finden, muss man physisch durch die Dörfer fahren und mit den Einheimischen sprechen.

Verkauf der Wohnung und die Besonderheiten des serbischen Marktes
Verkauf der Wohnung und die Besonderheiten des serbischen Marktes

Die Suche über Avito und die ersten beiden Optionen

Eine unerwartete Lösung war die Nutzung der russischen Website Avito. Es stellte sich heraus, dass einige russischsprachige Vermittler in Serbien Häuser finden, die auf die „altmodische Art“ verkauft werden, sie fotografieren und Anzeigen schalten. Sie sind keine vollwertigen Immobilienmakler, helfen aber bei der Organisation von Besichtigungen und dem eigentlichen Geschäft, einschließlich der Zusammenarbeit mit Notaren und Übersetzern.

Auf diese Weise wurden zwei interessante Häuser gefunden. Das erste, das wir „das Anwesen“ nannten, war sehr schön und ähnelte einem alten Schloss oder einem Landhaus mit ungarischen Fensterrahmen und Parkett. Es stand jedoch seit fünf Jahren leer, und der Preis von 42.000 Euro lag über dem Budget. Das zweite Haus, „Omas Haus“, kostete 32.000 Euro, erforderte aber eine grundlegende Renovierung, da über mehrere Generationen hinweg darin stark geraucht worden war.

Die Suche über Avito und die ersten beiden Optionen
Die Suche über Avito und die ersten beiden Optionen

Geplatzte Geschäfte und die neue Suche

Beide Optionen scheiterten letztendlich. Die Besitzer des „Anwesens“ zogen sich plötzlich aus dem Geschäft zurück, obwohl bereits eine Einigung erzielt worden war. Später stellte sich heraus, dass die Maklerin einfach beschlossen hatte, das Haus an andere Käufer zu verkaufen. Auch die Besitzerinnen von „Omas Haus“ änderten ihre Meinung und erhöhten den Preis um 4.000 Euro, was den Kauf unwirtschaftlich machte.

Nach diesen Misserfolgen wurde die Suche fortgesetzt. Eine der Hauptanforderungen an das Haus war eine gute Verkehrsanbindung nach Belgrad oder Novi Sad. Es wurden verschiedene Standorte in Betracht gezogen, aber viele fielen aufgrund einer ungünstigen Lage oder fehlender Abendverbindungen weg. Zum Beispiel fährt aus der Stadt Valjevo, die uns insgesamt gefiel, der letzte Zug nach Belgrad um acht Uhr abends.

Geplatzte Geschäfte und die neue Suche
Geplatzte Geschäfte und die neue Suche

Das Haus in Vrbas und die Probleme mit den Dokumenten

Schließlich wurde ein passendes Haus in der Stadt Vrbas gefunden. Die Vorteile waren ein guter Preis, die Lage in einer Stadt statt in einem abgelegenen Dorf und die Nähe zu Novi Sad (30 km). Außerdem wird in Zukunft eine Hochgeschwindigkeitsstrecke durch Vrbas führen, was Reisen nach Belgrad und Budapest sehr schnell machen wird.

Aber auch hier gab es Komplikationen. Laut den Dokumenten war der Eigentümer des Hauses der Sohn der vor anderthalb Jahren verstorbenen Mutter. Obwohl er das Erbe angetreten hatte und die entsprechenden Papiere besaß, waren die Änderungen nicht im Grundbuch (Kataster) eingetragen worden. In Serbien werden alle Geschäfte streng auf der Grundlage der Katasterdaten abgewickelt. Aufgrund dieser bürokratischen Verzögerung mussten wir anderthalb Monate warten, bis die Dokumente in Ordnung gebracht waren und der Kauf abgeschlossen werden konnte.

Das Haus in Vrbas und die Probleme mit den Dokumenten
Das Haus in Vrbas und die Probleme mit den Dokumenten

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